Navigation

Vortragsveranstaltungen

4. Wirtschaftstag der Kreislandvolkverbände Cloppenburg, Oldenburg, Diepholz, Osnabrück und der Vereinigung des emsländischen Landvolks in Eggermühlen

wirtschaftstag_1
wirtschaftstag_2
wirtschaftstag_3

 

Digitalisierung ist jetzt und hier

 

Das Thema „Digitalisierung“ stand im Fokus des vierten Wirtschaftstages, zu dem die oben genannten Landvolkverbände in Beteiligung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland, der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Umgebung und der Industrie- und Handelskammer für Osnabrück, Emsland und der Grafschaft Bentheim eingeladen hatten. Neben interessanten Referenten waren rund 150 Zuhörer zu Gast.


Als Vorsitzender des Kreisverbandes Bersenbrück eröffnete Herr Johannes Schürbrock die Veranstaltung und betonte wie wichtig es sei, die Chance der Digitalisierung in der Landwirtschaft zu nutzen. Besonders der Breitbandausbau müsse weiter auf die Fläche gebracht werden, um die moderne Landwirtschaft zu fördern. Herr Dr. Michael Lübbersmann (Landrat des Landkreises Osnabrück) stellte in seinem Grußwort dar, dass die Digitalisierung sowohl die Nachhaltigkeit als auch die Effizienz der Arbeit in der Landwirtschaft positiv beeinflusst.

 

Einen Vortrag zum Thema „Digitalisierung in der Agrarwirtschaft“ hielt Jobst Rottmann. Durch seine berufliche Erfahrung als Verkaufsleiter für Norddeutschland im John Deere Vertrieb schilderte er, von welchen Vorteilen die Landwirtschaft profitieren kann. Mit Hilfe von Digitalisierung sollen Mensch, Maschine, Technologie und Wissen miteinander vernetzt werden. Eine große Chance wird in der Verbesserung der Maschinenverfügbarkeit gesehen. Durch eine ständige Datenübermittlung könnten Reparaturen in Zukunft vorgenommen werden, bevor bestimmte Verschleißteile versagen. Zusätzlich können Begleitschäden vermieden und somit auch Kosten reduziert werden. Zum anderen präsentierte er die Vorteile im Bereich des Pflanzenbaus. Durch explizitere Ausbringung des Pflanzenschutzmittels kann die Pflanze gezielter behandelt werden. Eine Einsparung des Herbizid-Einsatzes hätte neben der Kostenreduzierung auch eine umweltschonendere Arbeitsweise

zur Folge, was sich wiederum positiv auf die Zufriedenheit des Verbrauchers auswirken würde. Um dies auch umzusetzen, sei aber der Wandel von traditioneller zu digitaler Landwirtschaft wichtig, der weiter angeführt werden muss. Dies bedeutet weg von größer, schneller und stärker hin zu effizienter, einfacher und präziser, so Rottmann.

Nele Kolkmeier, Milchviehhalterin aus Osnabrück, berichtete von ihren täglichen Erfahrungen im Stall. Durch den Einsatz eines Melkroboters werden auf dem Betrieb Kolkmeier bereits täglich Daten genutzt und ausgewertet, um das Wohlergehen der Tiere sicherzustellen. Dies erleichtert besonders die Aufgaben rund um das Herdenmanagement. Inzwischen werden zusätzlich Daten der Tiere zwischen Betrieb und Tierarzt ausgetauscht, was sich jedoch weiterhin mühsam gestaltet.

 

Als praktizierender Landwirt war ebenfalls Henning Schulte-Uffelage aus Hilter anwesend. Er sprach den vermehrten Bürokratieaufwand an. Besonders auf den Betrieben werde es immer schwieriger, die große Flut an Daten zu sortieren und auszuwerten.

 

Als Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnunternehmen e. V. war Herr Dr. Hartmut Matthes vor Ort. Er verdeutlichte, wie wichtig das richtige Miteinander ist. Es sind viele Solisten auf dem Markt, ein Zusammenspiel ist zu dieser Zeit aber noch nicht möglich. „Wir brauchen Dirigenten, um die technologischen Möglichkeiten in Gleichklang zu bringen“, so Dr. Matthes. Zusätzlich machte er auf den Datenschutz aufmerksam. Es müsse geklärt werden, wo die aufgenommenen Daten gespeichert werden und wer Zugriff auf die Daten erhalte.

 

Herr Stefan Muhle (Staatssekretär im Nieders. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung) erläuterte unter anderem den „Masterplan Digitalisierung“, wofür in den nächsten Jahren mehr als eine Milliarde Euro investiert werden soll. Vor allen Dingen wird das Ziel verfolgt, das Mobilfunknetz weiter auszubauen. Auf die Wichtigkeit der Kommunikation zwischen Politik und Landwirtschaft verwies Prof. Dr. Ludwig Theuvsen (Abteilungsleiter im Nieders. Landwirtschaftsministerium). Die Politik braucht den Kontakt zu den Landwirten, um kontinuierlich Verbesserungen umsetzen zu können.

Für die Zukunft heißt es weiter offen zu sein für das Thema Digitalisierung. Es muss ein deutlicher Mehrwert erkennbar sein, um Akzeptanz für aufkommende Veränderungen zu schaffen.